Erforschungen des Unbewussten I
22. November 2007
Manche Dinge tut man und wird dabei von einem unbestimmten abgeneigten Gefühl begleitet. Manchmal, wenn man diese Dinge oft genug getan hat, beginnt man, sich darüber Gedanken zu machen, und aus der Abneigung wird ein Ekel. Zum Beispiel gegen ein Haus. Ein Haus, mit einem wunderschönen Menschen darin, den ich oft zu besuchen pflege. Seit heute fällt mir das Objekt meines Anstoßes auf: die Ornamentlosigkeit dieses Flures: Ein matter Glanz schimmert von polarblau gestrichenen Wänden und Geländer, als gelte es „Hauptsache: sauber“/“irgendwie ordentlich“ auszusehen – und genau dieses „irgendwie“ beklemmt das treppauf steigende Gemüt. Selbst geschmack- und zudem maßlose Verzierungen des Treppenhauses mit Blumenbouquets, Teddybären und Tonfiguren auf den Absätzen, Styroporklebestuck und katzengoldene Billig-Armleuchter an den Wänden ließe das Haus noch den guten Willen seiner Bewohner und damit so etwas wie Liebenswürdigkeit ausstrahlen. Aber so bestätigt sich nur die Diagnose, welche auch Motiv gewesen sein muss, die schönen hiesigen Altbauwohnungen mit gar nicht schönem, sondern furchtbarem Laminat auszulegen: jeglicher Charme sollte auf Ewig aus diesem Hause verdammt werden!
Da ich das Unbewusste nun ans Tageslicht befördert habe, fällt mir der Aufenthalt im Treppenhaus doch gleich viel leichter.