Seit meiner Umstellung auf Gentoo-Linux sollte es ganze drei Jahre dauern, dass ich endlich mal selbst das System einrichte. Das auch nur, weil mir während einer sensiblen Partitionenverschiebung der Staubsauger ausrutschte, da mir natürlich auch nichts Besseres während eines solchen Vorganges einfällt, als das was ich wochenlang davor schon hätte tun können und vielleicht auch sollen: Staubsaugen. Und so saugte ich herum, immer um den schwer belasteten Computer herum — muss ja schließlich mal gemacht werden! –, bis auf einmal gar nichts mehr ging. Und alles, was ihn die letzten drei Jahre am Leben hielt, im Bruchteil einer unachtsamen Staubsaugerausrutschsekunde verstarb. Glücklicherweise aber keine persönlichen Daten. Ich habe sozusagen mein Linuxsystem mit einem Staubsauger gekillt. Das erfordert einen feinkörnigen Neuschliff der „Daten-Saug“-Metapher.

Jetzt, da ich seit vier Tagen emsig irgendwelche Befehle in die Kommandozeile eintippe und ihn dann rechnen lasse und zusehe, wie mein System Tag für Tag ein besseres wird, bemerke ich, was es heißt, einen Linux-Rechner zu haben. Der Computer scheint mir als Paradebeispiel der Sozialität der Artfefakte: Mein Rechner – der autoritäre Charakter! (Auch als Schimpfsatz intonierbar) Bin ich mal eine Nacht lang nicht da und er ist schon längst fertig mit der Rechnerei, dürstet’s ihm schon nach neuen Befehlen. Am nächsten Morgen glotzt er mich dann vorwurfsvoll an: Wo warst Du denn? Ich bin hier schon lääängst fertig! Ich brauch Befehle, verdammt! – Und ich denke mir: Ach, Maschinen…