Ab und wann muss man sich ja aus der heiteren Leichtfertigkeit, dass alles nur noch bergauf geht, zurück holen.
Die de:bug veröffentliche just einen spannenden Artikel (Anton Waldt) über die Zukunft des Internets…

Wenn das Spiel schlecht ausgeht, wird uns das Internet von heute in zehn Jahren ähnlich unglaublich, fantastisch und faszinierend vorkommen, wie die Tatsache, dass in den 70ern wildfremde Leute ohne Kondom Sex hatten.

bug

fff
Besitzer wechselt.
ddd
Bewitzer sächselt.

Wie ein einst hypertechnologisches Artefakt, das vor zehn Jahren noch als Luxusartikel nur für die unverschämten Prahlhänse da war und als gänzlich überflüssig bei anderen, die mensch eigentlich mochte, die das Ding dann aber auf einmal auch hatten, belächelt wurde, wie solch ein Accessoir schließlich unverzichtbares Werkzeug des Alltags wird, macht sich mir seit einer Woche bemerkbar.

Vor einer Woche kam nämlich nicht nur meine Geldbörse, sondern auch mein Mobiltelefon abhanden. Anfangs dachte ich mir die Sache noch positiv gewendet mit „Ach, hab ich mal ein bisschen mehr Ruhe…“ — Im Laufe dieser Woche stand ich aber doch des Öfteren vor solch problematischen Situationen:

  • Ich will jemanden anrufen und denke mir, kann ich ja gleich anrufen, Nummer hab’ ich ja im Handy — Kannste nicht! Und dass die Nummer im Handy steht, ist ja genau das Problem!!
  • Früher nutzte ich mein Handy gern als zusätzlichen Wecker. Nun gut, muss eben der richtige Wecker für mein Aufstehen sorgen. — Tut er aber nicht, da mein Körper vollends auf das Bimmeln dieses verfluchten Mobiltelefons eingestellt ist!!
  • Unterwegs auf dem Fahrrad – gezwungenermaßen, da das Semesterticket für die Bahn ebenso weg ist wie alles andere in meinem Portmonnaie – suche ich aufgeregt nach öffentlichen Uhren. »Out of time« zu sein, ist auf einmal gar nicht mehr so cool, wenn man so unbemerkt von der Handyzeit abhängig geworden ist oder vielmehr meint, es zu sein. So oft jedenfalls benötige ich sonst nie die Uhrzeit während einer Radfahrt…

Sollte mich dieses Wetter doch ernsthaft dazu bringen, meine Antiaprilismen fort zu führen? Ich drohe ja nicht gerne…

Nur mal vorweg:

Bin ich eigentlich der einzige, dem der vor zwei Monaten begonnene expansionistische Dahlback-Imperialismus auffällt??

Der ehemalige DDR-Betrieb kann leider nicht auf eine hundertjährige Geschichte zurückweisen und mit der Assoziation an Mühlen, Mühlensteine, berstende Mehlsäcke, Steinöfen oder Teigknete-Hände punkten. Deshalb färbt er die realsozialistischen Brötchenbildchen, aufgenommen in der gekachelten (nein! weder romantische Feldsteine noch Fachwerk!!) Betriebshalle, sepia.

Meine Erfahrungen: Die B.F.V.s sind desorientiert im eigenen Laden und desinteressiert am eigenen Kunden. Die bei Jung und Alt beliebte Schrippe kostet ein kleines Vermögen (vorm Bäcker besser noch mal zur Bank gehen!) und muss angesichts der harten Kruste eigentlich geschält werden. Aus dem Innenleben lässt sich vielleicht mit viel Fantasie und Fleißbereitschaft ein Hefeklobs* bereiten, aber garantiert kein fluffiges Frühstückserlebnis!

Bleiben noch die auf der Internetseite angegebenen Auszeichnungen von der DLG-Mafia. — Auf jeder Party gewiss d e r Brüller!

Naja ich will mich mal nicht zu weit aus dem Fenster lehnen und die halbe Welt schlecht machen, denn schließlich ist die ganze Welt schlecht und damit ja wohl auch Dahlback.

*)Das ß soll nach meiner ganz persönlich Rechtschreibreform künftig immer mit bs umschrieben werden!

Mediaspree adé!

9. Juli 2008

mediaspree adé

Meine geliebten Friedrichshain-Kreubergerinnen: Für (spätestens – weil ja schon die ganze Woche über gewählt werden kann) Sonntag den Text unten lesen und entsprechend abstimmen. Ich stimme mit JA-JA-A! Und wenn ihr meine Blogfreunde seid, macht ihrs mir nach! :)

VORSICHT FÄLSCHUNG!
Auffällige Argumente der politischen Parteien
Es ist „Wahlkampf“ und es wird viel geschrieben und verteilt. In dieser Mitteilung sind ein paar Beispiele relativ unseriöser Argumentationen der Bezirksparteien zusammengestellt und kommentiert.
***
GRÜNE: Die Grünen benutzen mittlerweile den Namen des Bürgerbegehrens (Spreeufer für alle) für ihre Zwecke und behaupten, ihn früher schon erfunden zu haben. Der Begriff Mediaspree wird nicht mehr verwendet.
• Wir sehen darin ein Mittel um die Menschen im Bezirk vor der Abstimmung zusätzlich zu
verwirren. Dazu trägt die Vermeidung des Begriffes Mediaspree bei.
GRÜNE: Die Grünen behaupten, ihr Vorschlag (zusammen mit der Linken) wäre fast identisch mit
den Forderungen des Bürgerbegehrens: gegen Hochhäuser, keine neuen Autobrücken, Uferpromenade mit Grünflächen.
• Typisch Mogelpackung: Die gesamte Hochhausplanung in Friedrichshain bleibt unangetastet, nur an der Elsenbrücke entfällt ein ohnehin irrwitziges Hochhaus. Und auf der Kreuzberger Seite sind ohnehin keine Hochhäuser geplant. Die Manteffelbrücke soll für den Busverkehr gebaut werden, also als Straßenbrücke und – es ist nur eine Frage der Zeit – Autobrücke. Der Uferwanderweg heißt jetzt Promenade, weil wir den Grünen dazu geraten haben – klingt besser, ist aber immer noch nur bis zu 10 Meter breit.
GRÜNE: Statt maximal sollen jetzt schon „mindestens“ 164,7 Mio. Euro hingeblättert werden. Uns wird unterstellt, Millionen-Entschädigungen für Privatinvestoren und auf der anderen Seite harte soziale Einschnitte und Kürzungen zu wollen.
• 164,7 Mio. Euro ist die theoretische Summe, wenn man die gesamten Spreeufer aufkaufen
und die Hochhäuser voll ersetzen würde. Doch es geht dem Bürgerbegehren nur um elf
Grundstücke am Spreeufer und eine Diskussion um Baumassen, die sowieso niemand
mehr bauen will. Eine Begünstigung von Privaten zu Lasten des Bezirkshaushalts entspricht nicht unseren Intentionen, im Gegenteil: viele der Initiatoren des Bürgerbegehrens
setzen sich schon seit langem gegen Sozialabbau und Kürzungswahn ein.
DIE LINKE: Unserer Initiative soll es vor allem darum gehen, den Bestand der gegenwärtigen Zwischennutzer zu sichern. Die Angebote der Strandbars und Clubs an der Spree seien ausschließlich für betuchte Menschen mit dem nötigen Kleingeld für Cocktails und Partys da.
• Die Initiative hat sich immer gegen den Vorwurf gewehrt, nur der verlängerte Arm der Gastronomie zu sein. Das Bürgerbegehren zielt auf eine Stadtentwicklung für alle ab und bezieht sich auf die gesamten Spreeufer. Zudem ist es falsch, alle Projekte als Edeletablissements einzuordnen. An der Spree herrscht derzeit eine Mischung von Projekten und Zielgruppen, die einen hohen kulturellen Wert über die Bezirksgrenzen hinaus erlangt hat. Diese Zwischennutzungen sollten behutsam in die öffentlichen Spreeufer integriert und nicht
einfach beseitigt werden, wie es die Planungen vorsehen. Mediaspree bedeutet Hochpreispolitik an der Spree und eine Verdrängung der Öffentlichkeit, nicht die derzeitigen Projekte.
DIE LINKE: Eine Mehrheit für das Bürgerbegehren würde bis zu 164,7 Mio. Euro kosten und die Planungen um viele Jahre zurückwerfen. Möglicherweise würde sogar der Uferwanderweg verschwinden und tausende Arbeitsplätze.
• Pure Angstmache: Der Bürgerentscheid hat einen starken Einfluss auf zukünftige Planungen und bezirkliche Entscheidungen wie bei der Manteuffelbrücke. Wo z.B. Baugenehmigungen vorliegen (in zwei Fällen) muss nicht schadensersatzpflichtig gehandelt werden.
Bei allen Streitfällen gilt: der Bezirk bekommt durch das Bürgerbegehren einen guten Grund, die Diskussion mit den Eigentümern neu aufzunehmen. Und viele Eigentümer sind mittlerweile „Opfer“ ihrer eigenen Gewinnspekulation und bereit für Veränderungen. Denn nur eine qualitätvolle Reduzierung der Bauabsichten ermöglicht überhaupt eine Entwicklung angesichts mangelnden Bedarfs an Büroraum. Und nur Entwicklung bringt Arbeitsplätze, nicht das jahrzehntelange Warten auf Großbaustellen.
CDU: Der Bürgerentscheid kostet dem Bezirk „mehrere hundert Millionen Euro“.
• In Sachen Panikmache ist die CDU nicht zu überbieten. Oder bietet jemand mehr?
Initiativkrei Mediaspree Versenken! www.ms-versenken.org

UPDATE! VIDEO! Kuck:

http://www.vimeo.com/1162820

UPDATE #2:

http://abriss-berlin.de/blog/2008/07/09/kein-platz-mehr-fur-sie-und-frau-nachbarin/

Luhmann im Alltag

8. Juli 2008

Ich lege dem geschätzten Mitbewohner nahe, welcher den Spinatanteil des Tiefkühlabteils im WG-Kühlschrank gerne bis auf den Nullpunkt dezimiert — und mir somit die spontane Auswahl an Kochmöglichkeiten erheblich einschränkt! –, mir diese »Inhibierung des an sich Möglichen« folgerndermaßen systemtheoretisch zu erklären: Er habe nämlich lediglich die Komplexität des Kühlschranks reduziert

Wenn Du in eine enge, tiefe Kaffeetasse aus Keramik Deine Fit-getränkte Schwammhand steckst, dann kann es Dir passieren, dass die kreisförmigen Abwaschbewegungen das urige Geschnatter des Lalelu-Lieblingsdelfins unserer heiteren Kindertage hervor kitzeln – auch wenn diese ab-waschechte Reinkarnation von den in der Küche sitzenden Skeptiker_innen gern verhöhnt wird!

Flipper!!