Über die Knechtschaft des Einschlafenmüssens
31. Oktober 2009
Mal wieder ein Samstagmorgen. Jetzt habe ich diese Schlafstörungen schon seit mehreren Wochen. Wenn ich mit demselben Gefühl aufwachen würde, weswegen ich nicht einzuschlafen vermag, ich hätte wohl den besten Schlafrhythmus, den ich mir wünschen kann.
Alles fängt so harmlos an. Ich lege mich ins Bett und zuerst kommen noch sehr leichte Gedanken, sie geben ein gutes Gefühl, keine Aufregung. Aber langsam nach und nach schleifen die fiesen kleinen Zweifel Kratzer ins harmonische Gedankenbild, werden alsbald zu Überlegungen, die wiederum Aufregung nach sich ziehen und schließlich werden sie schwere Gedankenungetüme, die mich quälen und die ich nur wegschieben kann, indem ich mir sage: es wird schon alles gut gehen. Und wenn nicht, gibt es auch noch Schlimmeres. Dann versuche ich sie wegzudenken und lege mich auf die Seite. Doch mein Körper macht nicht mit. Ruhe und Dunkelheit drücken mich nicht ins Bett. Meine Lider flattern vor Leichtigkeit gleich wieder auf, nachdem ich sie in guter Hoffnung schloss. Dann starre ich ins Schwarzweiß des Zimmers und fühle, wie mein Körper jetzt – genau jetzt – diese Unruhe bekommt, etwas gegen die Probleme zu tun. Zu einer solch unmöglichen Zeit.
Schon eine Stunde nachgedacht. Das geht schnell. Das Nachdenken ist eine Arbeit, welche Wurmlöcher in die Nacht bohrt. Das Grübeln und Spekulieren beschleunigt das Durchschreiten der Intervalle, bis man schließlich doch aufsteht, um sich mit irgendwas müde zu machen.